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Transferforschung und Praxis der KMU

Vom Projekt WIN:A wurde die Ergebnisse der Transferforschung in dem Buch „Erfolgreicher Transfer in der Arbeitsgestaltung - Wie Dienstleistungen zur präventiven Arbeitsgestaltung und Ergebnisse der Arbeitsforschung die Akteure in den Unternehmen wirkungsvoll erreichen“ zusammengefasst.

Anforderungen an Forschende

Hier ist in Zukunft anzusetzen: Die Ergebnisse der Transferforschung sollten neben den fachlich wissenschaftlichen Kompetenzen der jeweiligen Disziplin zum Bestandteil der Grundkompetenzen der Forschenden werden. Dies stellt Anforderungen an die Institute selbst, die den Transfer ihrer Ergebnisse gezielt planen und in die Arbeit integrieren sollten, möglichst unter Einbindung der Zielgruppen wie Führungskräfte aus KMU, Betriebsräte oder Transfer-Vermittler aus intermediären Organisationen. Voraussetzung dafür ist, bestehende Transferindikatoren in die Strategien der Institute mit aufzunehmen, um so orientierende Rahmenbedingungen für den Transfer zu besitzen.

Die guten Ergebnisse der Arbeitsforschung sind in Produkte umzusetzen, die den Selbstreferenzen von Führungskräften in KMU, von Betriebsräten und von vermittelnden Transferakteure der Intermediären entsprechen. Nur so können die Produkte der Arbeitsforschung Bestandteil möglichst vieler Wertschöpfungsprozesse von KMU werden. Und nur so können die Erkenntnisse der Arbeitsforschung den KMU helfen, die großen Herausforderungen der digitalen Transformation zu bewältigen und als Chance für Innovationen zu nutzen.

Das Fazit: Der aktuelle Stand der Transferforschung zeigt, dass die Arbeitsforschung im Wissens- und Technologietransfer weiterhin viele nicht genutzte Potenziale birgt. Der Transfer der Erkenntnisse der Arbeitsforschung ist bei sehr vielen Projekten nach wie vor ein Add-on am Ende des Projektes und in vielen Instituten immer noch kein integraler Bestandteil der Denk- und Handlungskulturen. Die Frage, wie Produkte entstehen, die nach Projektende von den Zielgruppen weiterverwendet werden können, ist immer noch nicht überall handlungsleitend. Dadurch werden große Potenziale der Arbeitsforschung für die Transformation von Wirtschaft und Arbeitsleben nicht ausreichend genutzt.

Anforderungen an Forschungsgeber

Diese Prozesse in Gang zu setzen, stellt auch Anforderungen an Forschungsgeber, die den Transferaspekt und die produktorientierte Umsetzung der Ergebnisse der Forschung noch stärker unterstützen und einfordern müssen.

Um die Herausforderungen als Chance zu nutzen, sind ausgewiesene „Transferfachleute“ und Vermittler für die Produkte der Arbeitsforschung hilfreich. Dies können bspw. speziell geschulte Mitarbeitende von intermediären Organisationen oder Multiplikatoren intermediärer Organisationen sein. Arbeitsforschende sollten in jedem Fall bestehende Transferstrukturen nutzen und vermeiden, zu versuchen, neue (eigene) Transferstrukturen aufzubauen. Die bestehenden vertrauensbasierten personalen Kontakte von Akteuren intermediärer Organisationen zu KMU basieren auf langen gegenseitigen Erfahrungen der beteiligten Akteure der Intermediären und der Betriebe. Diese bestehenden Beziehungen müssen für einen erfolgreichen Transfer genutzt werden. Es ist eine anspruchsvolle und langfristige Aufgabe, die Ergebnisse der Arbeitsforschung in die Denk- und Handlungsmuster der Transferakteure in der Breite zu integrieren.

Auch hier ist eine gezielte Unterstützung und Förderung dieser Aufgabe durch Fördergeber erforderlich. Dieser Aufwand zahlt sich aus, da nur so die Ergebnisse der Arbeitsforschung eine relevante Anzahl von KMU erreichen und dazu beitragen können, den notwendigen „Mindshift“ zu unterstützen und zu gestalten.